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| Angel of love |
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Ihr denkt, die Liebe kommt vom Himmel,
aus den Wolken, aus den Sternen. Doch wenn ihr weiter daran glaubt, wird sie sich von euch entfernen. Liebe könnt nur selbst ihr bringen, aus dem Herzen, aus dem Denken. Nur ihr selber könntet schließlich, anderen geben, anderen schenken. Kein Liebesengel wird euch dabei, ewig lehren, gütig helfen, selbst Gott kann diese Macht nicht lenken, weder Feen, noch schöne Elfen. |
| Heroic deed |
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Ein Engel der Dunkelheit, was hatte der schon groß zu tun? Tags waren andere Engel an der Reihe, dann, wenn die meisten Menschen aktiv waren und somit auch mehr Hilfe brauchten, in ihrem alltäglichen Leben. Ein Engel der Dunkelheit hatte mit dem Tag nicht viel zu tun, sondern allgemein nur mit der Nacht. Dunkelheit. Was für ein schreckliches Element für einen Engel, der Menschen beschützen wollte. Dunkelheit setzte man immer mit Bösem gleich. Dunkelheit war schwarz. Dunkelheit war kalt. Dunkelheit war nichts, was ein Mensch gern mochte.
Luxia war dieser Engel der Dunkelheit. Wie lächerlich? Luxia. Dieser Name. Er leitete sich von „lux“ ab, lateinisch für Licht. Licht hatte allerdings überhaupt nichts mit Dunkelheit zu tun. Genauso wie sie. Bisher hatte sie nicht eine gute Tat mit ihrem Element begangen und sie sah auch keine in der Zukunft. Als sie vor kurzem zum Engel der Dunkelheit benannt wurde, von Gott selbst, konnte sie ihren Ohren nicht trauen. Sie hatte sich bisher doch immer so angestrengt, sie wurde immer als gute und fleißige Schülerin eingeschätzt, wie konnte er, der Gott den sie so liebte, sie nur so bestrafen. Seit diesem Tag ging sie immer mit gesenktem Kopf durch die Wolken und dachte über all das nach. All das, was sie nicht verstand. Es war noch helllichter Tag und kein Sturm in Aussicht, der das Licht hätte verdunkeln können. Trotzdem machte sich Luxia auf den Weg zur Erde um sich ein wenig abzulenken. Vielleicht fand sie ja da unten irgendwo eine Idee, wie sie aus dieser misslichen Lage kam. Auf der Erde angekommen überlegte Luxia, wo sie denn genau hingehen könnte, als sie einen schrillen Schrei hörte. Es war eindeutig die Stimme einer Frau, und sie klang panisch. Luxia schaute sich um, entdeckte aber zuerst nichts. Erst als sie immer genauer hinhörte, erkannte sie eine blonde, schöne Frau, die vor einem Mann wegrannte. Er allerdings kam ihr immer näher und rief ihr nach: „Lily, bleib doch hier. Du weißt ganz genau, dass ich dich noch liebe. Warum rennst du vor mir weg?“ Die Frau, die allein Anschein nach Lily hieß, ließ sich jedoch nicht beirren und rannte weiter. Nichts auf der Welt schien sie aufhalten zu können. Luxia folgte den beiden in ein altes Fabrikgebäude. Wahrscheinlich hoffte Lily sich dort verstecken zu können. Der Mann und Luxia erreichten beide gemeinsam die Tür und schlüpften hindurch. Natürlich konnte er sie nicht sehen, da sie nur sichtbar war, wenn sie es selbst wollte. In der Fabrik angekommen, war nichts von Lily zu sehen, jedenfalls nichts für ihren Exfreund, der er ja scheinbar war, der wild um sich schaute und sie suchte. Luxia allerdings sah sie, hinter einer großen Blechtonne sehr weit rechts in der Ecke hatte sie sich versteckt und lauschte neugierig den Schritten. Sie war eindeutig ängstlich und Luxia fragte sich langsam, ob dieser Mann wirklich ihr Exfreund war, oder doch nur ein Kerl, der sie vielleicht ausrauben wollte, oder schlimmeres. In der Fabrik war es allerdings viel zu hell um sich gut zu verstecken und es würde nicht lange dauern, bis er Lily finden würde. Genau in diesem Augenblick hatte Luxia eine fantastische Idee. Plötzlich wurde es dunkel in der ganzen Fabrik. Die Fenster schienen plötzlichen von schwarzen Vorhängen zugedeckt und kein Lichtstrahl fiel mehr herein. Luxia, die fantastisch sehen konnte, selbst im Dunkeln, schlich langsam zu Lily und hielt ihr eine Hand vor den Mund und flüsterte ihr ins Ohr: „Keine Angst, ich bring dich hier raus. Du musst nur meine Hand halten.“ Sie nahm ihre Hand von Lilys Mund, die wahrscheinlich glaubte, dass Luxia weitaus ungefährlicher war als der Typ, und fasste nach ihrer. Sie mussten leise sein, sonst würde der Mann sie beide wahrscheinlich hören, jetzt jedoch war er noch am anderen Ende des Raums und tastete sich durch. Luxia, mit Lily an der Hand, war nun schon am Eingang angekommen und zog die Hilfebedürftige noch ein paar Meter weiter nach draußen. Dann kamen sie ins strahlend helle Licht, und Luxia wurde unsichtbar. Lily war schon kurz davor loszulaufen, als sie sich noch ein letztes Mal umdrehte und rief: „Wer immer du bist. Dankeschön. Du warst meine Heldin.“ Sie lächelte noch ein letztes Mal und verschwand hinter der nächsten Ecke. | |
| Lucifer |
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Ich war immer für dich da!
Ja, du weißt genau wer zu dir spricht. Ich bin es, Luzifer, deine rechte Hand, der Bringer des Lichts. Von Licht ist hier jedoch keine Spur. Du verbanntest mich an diesen Ort. Einst dein Freund, Gefährt und Bote, nun hör ich von dir kein einziges Wort. Vielleicht liegt es an der Tiefe hier, die mich fesselt und fast ertränkt. Du glaubst, jetzt hättest du mich verletzt, aber, gib es zu, du selbst bist doch gekränkt. Wie konnte der vollkommene, der wahre Gott, einem Schurken, wie mir, glauben und vertrauen? Du wirst es dir selbst schon eingestehen, in deinen Träumen werd ich nach dir schauen. |
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| Meeting with an angel |
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Die Nacht war neblig und kalt. Ich saß in meinem kleinen Zimmer vor einem leeren Blatt Papier, die Feder in der Hand. Eigentlich sollte ich das Stück für unser neues Theaterstück fertigschreiben, aber meine Motivation war einfach am Ende. Wir hatten kaum noch Geld, weil alle finanziellen Mittel in den Aufbau des privaten Theaters geflossen waren. Wenn die Premiere kein Erfolg werden würde, müssten wir es sofort wieder schließen. All diese Befürchtungen machten mich ganz irre und aus der Tinte bildeten sich einfach keine sinnvollen Worte.
Nach weiteren zwei Stunden hatte ich endlich ein, nicht gerade perfektes, Ende aufgeschrieben und wollte mich auf den Weg zum Theater machen um es den anderen zu zeigen. Ich packte das Stück Papier in meine Tasche, löschte das Licht und ging nach draußen auf die grauen Straßen. Das Land war zu dieser Zeit ziemlich gefährlich und ich ging nicht gerne nachts in den dunklen Gassen spazieren, aber ich überwand mich und biss in den sauren Apfel. Ich spürte, wie ich beim Laufen immer paranoider wurde. Die Dunkelheit spielte mir Streiche, ich sah Bilder, wo keine waren und bald begann ich zu rennen. Nur noch zwei Straßen, dachte ich mir gerade, als ich plötzlich auf den rutschigen Steinen ausrutsche und der Länge nach hinfiel. Mein ganzer Körper schmerzte, mein Kopf besonders. Ich fasste mir langsam an die Stirn und spürte etwas Warmes darüber laufen. Es war Blut, eindeutig, und es hörte nicht auf zu fließen. Mir wurde langsam schwindelig und alles verschwamm vor meinen Augen. Alles wurde schwarz… Jemand streichelte meinen Kopf. „Schon gut meine Liebe, alles wird wieder gut. Sie haben sich ganz schön den Kopf gestoßen, aber das wird schon wieder.“ Langsam öffnete ich meine Augen wieder und schaute in das Gesicht eines älteren Mannes. Er war edel gekleidet und lächelte sehr freundlich. Zusammen schafften wir es mich wieder aufzuraffen und nach nur ein paar Sekunden ging es mir wieder gut. Alle Schmerzen waren vergessen und als ich an meine Stirn fasste, bekam ich kein Blut mehr zu spüren. Hatte ich geträumt? Während ich mit mir selbst beschäftigt war, hatte ich nicht mitbekommen, dass mein Helfer überhaupt nicht mehr neben mir stand. Alles was ich noch sah, war ein helles Licht, was langsam gen Himmel wanderte, und ein Beutel zu meinen Füßen, gefüllt mit Goldmünzen. Eine Woche später hatten wir Premiere. Sie war ein voller Erfolg. Mit dem „gefundenen“ Geld konnten wir all unsere Schulden bezahlen. |
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| Parable of my element |
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Es lebten einst zwei Brüder, die sich immer wohlgesonnen waren. Nie waren sie reich gewesen, aber ihre Freundschaft reichte beiden aus um glücklich zu sein. Eines Tages hörten sie an den Stadtmauern von einem Wettstreit, der in einigen Tagen stattfinden sollte. Es ging dabei um Geschichten, die man selbst verfassen und vortragen sollte. Der, mit der überzeugendsten Geschichte und Stimme würde tausend Goldmünzen gewinnen. Die beiden Brüder konnten ihren Ohren nicht trauen, solch ein Vermögen war ihnen bisher noch nicht einmal in ihren kühnsten Träumen erschienen.
Der jüngere der zwei Brüder war hellauf begeistert. Er war schon immer sehr poetisch gewesen und wollte sofort nach Hause um seine Geschichte zu schreiben. Ihm fiel es nicht schwer. Der ältere der beiden Brüder allerdings, war noch nie ein guter Dichter gewesen und hatte sich stets eher mit Handwerk begnügt, als mit Worten. Doch sein Geiz war zu groß und so heckte er einen Plan aus. Er wollte die Geschichte seines Bruder stehlen und somit gewinnen, denn er wusste über dessen Künste bescheid. Der Tag des Wettstreits stand bevor und als sich der jüngere Bruder Schlafen legte, seine Geschichte schon in der Tasche, die er Stunde um Stunde geübt hatte vorzutragen. Sein ältere Bruder, der noch auf war, schlich sich bald darauf ins Zimmer und tauschte die Geschichte gegen ein leeres Stück Papier um. Am nächsten Morgen ging es schon früh zum Marktplatz. Der jüngere Bruder war sehr aufgeregt, lies seinen Zettel aber in der Tasche, denn er wusste, ein paar Minuten vor seinem Auftritt sollte man nicht noch einmal Üben. Nach einigen Teilnehmern, eher schlecht als recht, kam dann sein älterer Bruder an die Reihe. Der Jüngere drückte ihm die Daumen, doch als er hörte, was sein Bruder da vorlas, verschlug es ihm die Sprache. Das konnte nicht sein! Er grub mit der Hand in seiner Tasche und fand das Stück Papier, doch es war leer. Minuten später verbeugte sich der ältere Bruder vor seinem Publikum, welches wie wild applaudierte. Sie waren wirklich begeistert. Dann betrat sein Bruder die Bühne, aber er sah ihn nicht an. Spätestens jetzt, musste er es ja verstanden haben. Der jüngere Bruder stand auf der Bühne und dank seines poetischen Könnens, hatte er sich schnell etwas ausdenken können. Er erzählte seine Geschichte, wie er und sein Bruder vom Wettbewerb gehört hatten, und wie schrecklich der Bruder gehandelt hatte. Seine Stimme war voller Trauer und somit überzeugte er auch die Personen, die ihm lauschten. Alles war Still bis er endete und darauf folgte ein lauter und tosender Beifall. Der jüngere Bruder gewann den Wettstreit, aber er hatte etwas viel wichtigeres verloren. |
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| Angels war |
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Krieg?
Krieg im heil’gen Himmelreich? Wie kams dazu? Wie kams doch gleich? Dämonen! Dämonen kam‘ vors Himmelstor! Sie standen dort Meter davor. Kampf. Zum Kampf kam es Minuten später, weiße Engel, schwarze Verräter. Untergang. So viele mussten untergehn, auch Gute musst man sterben sehn. Verzweiflung. Gott, verzweifelte auf seinem Thron, litt unter Sorge, litt unter Hohn. Rettung. Wie sollt er retten seine Lieben, vom Glauben an ihn angetrieben. Macht. Mit all seiner göttlichen Macht konnte er stoppen, was Hass entfacht. Verbannung. Die Feinde, verbannt auf alle Zeit, für heut und immer, in Ewigkeit. Klarheit. Der Himmel wird nun wieder klar, strahlt voll in Weiß, strahlt wunderbar. Gewohnheit. Gewohnt fliegen sie ihre Runden, endlich geschafft, mit Gott verbunden. | |
| Friendship with an angel |
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Es ist seltsam. Manchmal ist man selbst als Engel, so wie ich einer bin, traurig und frustriert. Ich frage mich dann selbst immer wieso, aber eine richtige Begründung finde ich nie. Gott ist mir doch so nahe, und das ist das Wichtigste, aber dennoch, es scheint mir so, als würde mir etwas fehlen.
Es war wieder so ein Tag. Die Sonne schien nur halb zu strahlen, die Vögel nur halb so laut wie sonst zu zwitschern und die Luft nur halb so frisch. Mein Herz war schwer, schwer wie ein Stein auf dem sich zusätzlich noch ein Schwein gesetzt hatte. Ich war einfach nur müde und wünschte mir ein Bett in das ich, ohne einen weiteren Gedanken verschwenden zu müssen, fallen konnte. Aber es gab kein Bett, überall um mich herum waren hohe Gebäude und lärmende Menschen. Eigentlich sollte ich nach neuen Talenten suchen, so wie es immer meine Aufgabe war als Engel der Poesie, aber eine Auszeit wäre sicherlich erlaubt. Ich suchte also den nächstgelegenen Stadtpark auf um etwas zu verschnaufen. Selbst als Engel kommt man nicht jeden Tag mit Trubel zurecht. Sobald ich allerdings den grünen Rasen sah und mich setzen konnte, fiel das Schwein von meinem Herzen. Im selben Augenblick spürte ich einen Windhauch und plötzlich saß ein anderer Engel neben mir. Keine Ahnung wieso ich so genau wusste, dass es sich auch um einen Engel handelte, aber ich denke, Engel erkennen sich wohl einfach untereinander. Der Engel, es war eine sie, hatte struppige blonde Haare und strahlend blaue Augen. Ein breites Lächeln huschte über ihr Gesicht und dann fing sie mit einer himmlischen Stimme an zu sprechen: „Das Gefühl kenn ich auch. Wir Engel sollten glücklich sein, aber, kaum einer weiß, wie einsam wir eigentlich sind.“ Ich nickte, auch wenn ich nicht einmal wusste, wer sie genau war. Aber sie strahlte solch Vertrautheit aus, dass ich nicht anders konnte. „Ich bin übrigens Mildrith, Engel der Wü…“ „AHHHHHHHH!“ Direkt hinter uns hatte ein Junge angefangen zu schreien. Er warf Papier und Stift von sich und schmiss sich rücklings aufs Gras. „Was ist denn mit dem los?“ fragte ich und schaute skeptisch zu ihm. „Er will seiner Freundin ein Liebesgedicht schreiben um sie zu überzeugen, dass er auch ein netter Kerl sein kann.“ Sagte Mildrith und schaute mich dann verwundert an. „Jetzt, wo ich so drüber nachdenke, ist das eigentlich perfekt. Wir beide, hier, bei ihm. Er braucht auf der einen Seite poetische Inspiration und auf der anderen braucht er auch die Erfüllung seines Wunsches. Wir als Engel der Poesie und der Wünsche sind doch vollkommen dafür geeignet ihm zu helfen.“ Da hatte sie recht, und sie las mir von den Augen ab, dass ich das eingestand. „Na dann los!“ sagten wir beide im Chor und mussten anfangen zu kichern. Wir wurden unsichtbar und schlichen uns an den Jungen heran, der immer noch im Gras lag und wütend in den Himmel blickte. Ich legte mich links neben ihn und Mildrith rechts, und so begannen wir unsere Zauber zu flüstern und keine Minute später, hatte er seine Sachen wieder eingesammelt und schrieb wie ein Verrückter drauf los. „Perfekt!“ rief er bald und rannte davon. Mildrith drehte sich zu mir, lächelte und schüttelte meine Hand: „Wir sind ein echt gutes Team. Und weil ich dich mag und hoffe, dass wir gute Freunde werden, werde ich dir ebenfalls einen Wunsch erfüllen.“ Mit diesen letzten Worten wurde sie auch für mich unsichtbar und ich fragte mich gerade, was sie gemeint hatte, als jemand sich neben mich ins Gras setzte. Ich erkannte ihn sofort, er aber konnte mich nicht sehen. Es war Scandar: langes, dunkles, gewelltes Haar, helle, grüne Augen… kein Zweifel. Wieder saß er, wie schon im Englischen Garten vor ein paar Tagen, mit einem Stift in der Hand da und überlegte. Seine andere Hand war vollgekritzelt mit Notizen und Reimen. Ich musste in mich hinein lächeln und so schaute ich ihm noch stundenlang zu. |
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| Past |
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„Nun los! Komm schon!“ rief Edmund und rannte voraus.
„Hast du vielleicht schon einmal daran gedacht, dass es sich mit einem Kleid nicht so gut laufen lässt?“ schrie ich ihm nach, aber er war schon um die nächste Ecke verschwunden. „Was für ein Gentleman …“ grummelte ich. Man konnte ihm seinen Übermut allerdings nicht übelnehmen, denn heute war Premiere seines selbstgeschriebenen Stückes. Es war ein Meisterwerk, das wusste ich, und meine Wenigkeit durfte sogar eine wichtige Rolle darin spielen. Edmund Kopf tauchte wieder auf und er sah mich mit funkelnden Augen an: „Das ist der wichtigste Tag meines Lebens und du kriechst hier über die Straßen wie eine Schnecke.“ Ich rollte mit den Augen. Edmund war schon immer ein Spinner, aber deswegen mochte ich ihn auch so. Er kam auf mich zugerannt, legte die Arme um mich und eh ich mich versah, hatte er mich hochgehoben. Wie eine Braut, die über die Schwelle getragen wurde, rannte er mit mir durch die Straßen, direkt auf das Theater zu. Mein Gesichtsausdruck wechselte der Weile immer wieder zwischen Lachen und Scham. Vor dem Theater angekommen, öffnete man uns schon von innen die Türen. Noch eine Stunde bis zur Aufführung, wir hatten also genug Zeit um noch die Kulissen fertig aufzubauen und schwierige Passagen durchzugehen. Dachten wir jedenfalls. „Edmund, Edmund …“ japste Benjamin unser Maskenbildner als er auf uns zugerannt kam. „Victor ist krank, er kann heute nicht spielen.“ Edmund lies mich runter und fasste sich durchs Haare. Sein Traum schien zu platzen, so kurz vor der Premiere. Der Anblick versetzte mir einen Stick durchs Herz. Es kam selten vor, dass man den sonst so coolen Edmund in dieser Lage sah. „Du kannst doch seine Rolle spielen.“ Es sprudelte nur so aus meinem Mund. Edmund kannte die Rolle des Protagonisten am besten, er hatte ihn ja selbst erfunden, und ich fand bisher immer, dass der Charakter sehr viel Ähnlichkeit mit ihm hatte. Benjamin stimmte mir zu: „Das ist eine fantastische Idee. Du bist zwar Regisseur, aber wir haben das Stück schon so oft geübt … es ist unsere einzige Möglichkeit.“ Edmund schüttelte den Kopf: „Nein, das geht nicht, ich bin überhaupt kein Schauspieler, ich bin nicht professionell.“ Benjamin und ich schauten uns an. Bescheiden wie immer, das ging uns beiden wohl durch den Kopf, aber es war die einzige Chance, die wir hatten und so legten wir keinen Wert auf Edmunds Worten. Mit einem Pfiff rief Ben seine Gehilfen und schon wurde Ed angekleidet. Der Auftritt wurde ein voller Erfolg. | |
| Angel of hate |
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Hass ist alles was ich seh,
wo ich hingeh, wo ich steh, wo ich bin und wo ich bleib, erfüllt die Seele und den Leib. Ich war nicht immer so wie heut, hab mich am Leben selbst erfreut, konnte lachen, konnte singen, mich erfreun an schönen Dingen. Doch übrig davon blieb mir wenig, bin jetzt ein Prinz, ein wahrer König, doch nicht des Guten und des Rechten, sondern des Hasses, Gefühl des Schlechten. Von Freude ist hier keine Spur, mir blieb Kummer, Trauer nur, auf andres kann ich nicht mehr hoffen, das Unglück hat mich hart getroffen. |
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